Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im gesamten SIB-Netzwerk erarbeiten grundlegendes Wissen zu Biodiversität und Herausforderungen im Naturschutz, das als Orientierung für politische Massnahmen und Lösungen zum Schutz des Lebens auf der Erde dient. Anlässlich des diesjährigen Internationalen Tages der biologischen Vielfalt stellen wir heute eine Auswahl der jüngsten Entdeckungen und Fortschritte dieser Teams vor.
Bioinformatik: Von Daten zu Erkenntnissen
Bioinformatik – die Wissenschaft vom Speichern, Verknüpfen, Analysieren und Interpretieren biologischer Daten – prägt das Leben auf eine Weise, die den meisten Menschen verborgen bleibt, von der Steuerung von Krebsbehandlungen bis hin zur Unterstützung von Naturschutzbemühungen. Diese Serie beleuchtet Beispiele dafür, wie Wissenschaftler im gesamten SIB-Netzwerk Daten in Wissen und konkrete Auswirkungen auf die reale Welt umwandeln.
Korallenmikroben: eine wertvolle Quelle für potenzielle neue Medikamente
Die Rekonstruktion der Genome von über 4.000 mikrobiellen Arten aus Korallenriffen ergab, dass 90 % davon bisher unbekannt waren und dass Korallenmikroben ein hohes Potenzial zur Produktion biomedizinisch relevanter Verbindungen aufweisen. Die Genome wurden aus DNA-Proben, die im Rahmen einer pazifikweiten Korallenuntersuchung entnommen wurden, sowie aus Sequenzen in bestehenden Riff-Datensätzen zusammengesetzt.
Bioinformatik: Von Daten zu Erkenntnissen
Bioinformatik – die Wissenschaft vom Speichern, Verknüpfen, Analysieren und Interpretieren biologischer Daten – prägt das Leben auf eine Weise, die den meisten Menschen verborgen bleibt, von der Steuerung von Krebsbehandlungen bis hin zur Unterstützung von Naturschutzbemühungen. Diese Serie beleuchtet Beispiele dafür, wie Wissenschaftler im gesamten SIB-Netzwerk Daten in Wissen und konkrete Auswirkungen auf die reale Welt umwandeln.
Da 95 % dieser Mikroben nur bei einem einzigen Wirt vorkommen – und bei der pazifischen Erhebung nur drei Gattungen riffbildender Korallen untersucht wurden –, unterstreicht die Studie die Notwendigkeit, Riffökosysteme zu schützen, bevor ihre größtenteils unbekannte molekulare Vielfalt verschwindet.
Veröffentlicht in Nature | Beteiligte SIB-Gruppe: Microbiome Research (ETH Zürich)
Eine Ressource für die Forschung zu giftigen Arten
Die VenomsBase-Initiative zielt darauf ab, fragmentierte Forschungsdaten zu Giftstoffen verschiedener Arten und Disziplinen in einer offenen und skalierbaren Wissensdatenbank zu vereinen. Durch die Harmonisierung und Integration von Datensätzen zu giftigen Spinnen, Schnecken und anderen Tieren – von Genomik und Proteomik bis hin zu funktionellen Assays und ökologischen Metadaten – wird diese Ressource neue Erkenntnisse in der Evolutionsbiologie, Pharmakologie und Ökologie beschleunigen.
Veröffentlicht in Gigascience | Beteiligte SIB-Gruppen: Evolutionäre Bioinformatik (Universität Lausanne) und Swiss-Prot-Knowledgebases
Mobilisierung isolierter Biodiversitätsdaten
Schweizer Expertinnen und Experten betonten am 21. Mai beim Bern Biodiversity Data Day 2026, der gemeinsam vom SIB und der Schweizerischen Akademie der Naturwissenschaften (SCNAT) organisiert wurde, die Bedeutung von Biodiversitätsdaten als strategischen Hebel für den Erhalt der biologischen Vielfalt. Im Fokus der Diskussionen stand die Verknüpfung von Biodiversitätsdaten in grossem Massstab – über Literatur, Feldbeobachtungen, Genomik und Analysesysteme hinweg –, um Naturschutzentscheidungen auf der Grundlage vollständiger, verwertbarer und zeitnaher Erkenntnisse zu ermöglichen. Pressemitteilung lesen
Ein bei der Veranstaltung vorgestelltes Projekt wird wichtige biologische Informationen für die Biodiversitätsforschung und -bewertung erschließen. Unter der Leitung des SIB entwickelt die vom SNF finanzierte Kooperation einen Modellierungsrahmen, der traditionelle Daten zum Vorkommen von Arten mit drei derzeit isolierten Datentypen integriert: Genomik, aus der Literatur gewonnene Merkmale und taxonomische Veränderungen im Zeitverlauf. Lesen Sie den Artikel
Beteiligte SIB-Gruppe: Environmental Bioinformatics
Verwandte Mikroben halten sich in ähnlicher Gesellschaft auf
Eine phylogenetische Analyse von über 1,15 Millionen Umweltproben und fast 183'000 mikrobiellen Gruppen zeigt, dass eng verwandte Mikroben durchweg in ähnlichen Gemeinschaften vorkommen. Dieses Muster gilt für alle untersuchten Stämme und Umgebungen – vom Boden bis zu den Ozeanen – und hat sich über Milliarden von Jahren der Evolution hinweg bewahrt.
Dieser „Gemeinschaftskonservatismus“ könnte dazu beitragen, die seit langem diskutierte Definition einer mikrobiellen Art zu verfeinern, indem er biologische Unterschiede aufzeigt, die mit der derzeitigen DNA-basierten Identifizierung nicht erfasst werden können. Ermöglicht wurde die Analyse durch die größte Datenbank globaler mikrobieller Ökosysteme, MicrobeAtlas, die von derselben SIB-Gruppe entwickelt wurde.
Veröffentlicht in Nature Ecology & Evolution | Beteiligte SIB-Gruppe: Bioinformatik und Systembiologie (Universität Zürich)
Die Nachhaltigkeitsforschung übersieht wichtige Massnahmen und Akteure
Von 4,2 Millionen analysierten Publikationen zum Thema globale Nachhaltigkeit erwähnen nur 3,8 % sowohl eine notwendige Massnahme als auch einen Akteur gemeinsam. Die Literaturanalyse ergab zudem, dass Massnahmen wie «Veränderung sozialer Normen» und «technologischer Wandel» in diesen Publikationen überrepräsentiert sind, ebenso wie Akteure wie Wissenschaftler und Unternehmen – während Reformen der Regierungsführung, die Zivilgesellschaft und der öffentliche Sektor vernachlässigt werden. Diese Wissenslücken könnten die sektorübergreifenden Koalitionen behindern, die erforderlich sind, um die Ursachen des Biodiversitätsverlusts anzugehen.
Veröffentlicht in Nature Sustainability | Beteiligte SIB-Gruppe: Environmental Bioinformatics
Reference(s)
Foto von Francesco Ungaro auf Unsplash